Uber Volvo XC90

Selbstfahrendes Auto von Uber tötet Fußgänger

90 Prozent der tödlichen Autounfälle sind auf menschliches Versagen zurückzuführen – das besagen viele Studien und darauf berufen sich die Hersteller von selbstfahrenden Autos – auch Uber. Jetzt ist es allerdings passiert: Der erste Mensch ist durch ein Roboter-Fahrzeug getötet worden.

Der Vermittlungsdienst zur Personenbeförderung gerät erneut in die Bredouille. Dieses mal geht es allerdings um eines der selbstfahrenden Autos, die aus dem Hause Uber stammen. In der Nacht von Montag auf Dienstag hat ein Volvo XC90, der mit Equipment zum selbstständigen Fahren ausgestattet ist, eine Fußgängerin in Tempe, Arizona, erfasst. Die Fußgängerin hat ein Fahrrad neben sich hergeschoben als sie von dem Fahrzeug erwischt wurde. Sie wurde von den Rettungskräften in ein Krankenhaus gebracht, wo sie allerdings ihren schweren Verletzungen erlag.

Natürlich werden sämtliche Aufzeichnungen des Fahrzeugs jetzt auf Hinweise und Fehler untersucht. Polizeichefin Sylvia Moir sagte einer Zeitung gegenüber, dass die Frau den Aufzeichnungen zufolge aus dem Schatten auf die Straße getreten ist und somit keine Chance für das Fahrzeug bestand. Der Unfall wäre auch für einen Menschen kaum verhinderbar gewesen, versichert Moir.

Uber Volvo XC90

Uber-Auto mit erhöhter Geschwindigkeit unterwegs

Interessant ist allerdings, dass der Volvo mit einer erhöhten Geschwindigkeit unterwegs war. Die Beschränkung von 35 Meilen pro Stunde (56 km/h) wurde um knapp 5 mph übertreten, sprich der PKW war mit 64 km/h unterwegs. Die NHTSA wurde ebenfalls eingeschaltet, die sich jetzt mit dem Fall genauestens beschäftigen. Darüber hinaus haben sich die Unfallexperten der Unfallkommission NTSB eingeschaltet, die vielleicht Erkenntnisse für das gesamte Verkehrssystem erarbeiten können. Der Automobilhersteller Volvo sowie Uber wurden bereits um Stellungnahmen gebeten. Uber hat zudem sämtliche Testfahrten mit den selbstfahrenden Autos derweil eingestellt.

Manche Unfälle sind unvermeidbar

In einer digitalen Verkehrsinfrastruktur in der Menschen beteiligt sind, wird es immer wieder zu unvermeidbaren Unfällen kommen. Diese werden zwar nicht immer tödlich enden, allerdings werden sie vorkommen – zumindest mindestens solange bis wir in irgendeiner Form „digitalisiert“ sind und von den selbstfahrenden Autos unter allen Umständen wahrgenommen werden können. Das kann entweder durch das Smartphone, ein Wearable oder durch die Kommunikation mit der Straße sein. Und selbst dann wird es immer wieder zu Unfällen kommen.

Eines ist allerdings sicher: Ein Computer hat bei normalen Bedingungen sowie einem funktionierenden Algorithmus immer einen Vorteil: Er wird nicht von Radio, Handy, anderen Passagieren oder ähnlichem abgelenkt.

Quelle: dpa; Bildquelle: Uber

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